Was sind Spurenelemente?
Elemente sind Grunstoffe, die man mit chemischen Mitteln nicht weiter zerlegen kann.
Bekannte Elemente des täglichen Lebens sind z. B. Kohlenstoff (im Ruß und Graphit), Schwefel, Eisen, Kupfer,
Zink, Blei usw. Unter spurenweisem Vorkommen eines Stoffs versteht der Chemiker sehr geringe Konzentrationen
bzw. hochgradige Verdünnungen desselben. Nach Hackh-Grant, Chemical Dictionary, spricht man von spurenhaftem Vorkommen,
wenn in 1 g weniger als 5y (1 Gamma = 1 Mikrogramm = 1/1000 Milligramm) von der in Frage kommenden Substanz enthalten
sind; das würde einer Verdünnung von rund 1 : 200.000 entsprechen. Natürlich ist diese Angabe nicht unbedingt wörtlich
aufzufassen; sie soll nur die ungefähre Größenordnung andeuten.
Zu den seltensten Elementen unserer Erdkruste gehören z. B. Radon, Plutonium, Aktinium, Radium, Xenon, Krypton,
Rhenium, Helium, Gold, Neon, Tellur, Rhodium, Iridium, Wismut und dergleichen. Der mengenmäßige, durchschnittliche
Anteil von all diesen Elementen in den obersten, 16 km (= 10 Meilen) dicken Schicht der Erdkruste liegt jedesmal
unter 4x10-6%. Trotz ihres "spurenweisen" Vorkommens rechnet man aber keines dieser Elemente zu den
Spurenelementen im biologischen Sinn. Unter Spurenelementen versteht man vielmehr allgemein Elemente, die in Organismen
(Pflanzen, Tieren und Menschen) schon in sehr geringen Konzentrationen lebenswichtige Funktionen ausüben und für
das normale Gedeihen unerlässlich sind. Liegt ein solches Spurenelement in einem Lebewesen in zu geringer Konzentration
vor oder fehlt es völlig, so treten Störungen, Kümmerwuchs, Leistungsminderungen und Krankheiten auf, die in schweren
Fällen mit dem Tod enden können. Zu diesen Spurenelementen rechnet man heute bei den Pflanzen Mangan, Kupfer, Bor,
Zink und Molybdän (auch Eisen), bei den höheren Tieren und beim Menschen Eisen (wird oft auch zu den Nichtspurenelementen
gezählt), Kobalt, Kupfer, Mangan, Zink, Jod. Bei verschiedenen anderen Elementen (z. B. Fluor) ist der Spurenelementcharakter
noch nicht endgültig sichergestellt. Die biologischen Spurenelemente, die uns auf dieser Website ausschließlich
beschäftigen, gehören durchaus nicht zu den seltensten Elementen unserer Erdkruste. So wird z. B. der Anteil des
Eisens an der obersten, 16 km-Schicht der Erde mit 4,7%, der des Mangans mit 0,085% angegeben; nur das Spurenelement
Jod (Anteil ca. 6x10-6 %) gehört zu den sehr seltenen Elementen. Ordnet man die in der Erdkruste
mit chemischen Mitteln nachweisbaren Elementen nach ihrer Häufigkeit in einer Reihe an, so erhält z. B. das biologische
Spurenelement Eisen den 4., Mangan den 14., Zink den 21., Kupfer den 25., Kobalt den 34., Bor den 35., Molybdän den
37. und Jod den 68. Platz.
Im Englischen bezeichnet man die Spurenelemente meist als "trace elements" (nicht zu verwechseln mit "tracer elements",
das sind Radio-Indikatoren) oder als "minor elements", "micro elements", "auxiliary elements", "rare elements",
"inorganic micronutrients" oder kurz als "micronutrients". Das Gegenstück zu den "micronutrients" wären im botanischen
Bereich die von den Pflanzen in größerem Umfang aufgenommenen "macronutrients" (zu deutsch: Hauptnährstoffe,
Kernnährstoffe, "Makro-Nährstoffe"), nämlich Kalium, Kalzium, Magnesium, Stickstoff, Phosphor und Schwefel. Im
Deutschen nennt man die Spurenelemente gelegentlich auch "Mikroelemente", "Mikronährstoffe" oder "Hochleistungselemente";
der letztgenannte Ausdruck zeigt, daß die Spurenelemente schon in sehr geringen Konzentrationen hohe biologische
Leistungen vollbringen.
Allgemein
- Was sind Spurenelemente?
- Praktische Bedeutung der Spurenelemente
- Forschungsmethoden
- Widersprüche und Fehlerquellen
- Verbreitung der Spurenelemente
- Die Wirkungsweise der Spurenelemente
- Die Versorgung mit Spurenelementen
- Zukunftsprobleme
Spurenelemente in Pflanzen
Spurenelemente in Tieren und Menschen